                           Beschreibung des Betriebssystems CP/A
               
               Ueberblick
               ----------
               
               Das  Betriebssystem CP/A wurde am Institut fuer Informatik und 
               Rechentechnik  der  AdW der DDR als Hilfsmittel zur  Software-
               Entwicklung  und zur Unterstuetzung von  Schreibarbeiten  ent-
               wickelt.  Es ist mit dem Betriebssystem CP/M kompatibel,  d.h. 
               saemtliche  fuer  dieses Betriebssystem  vorhandene  Anwender-
               Software kann unveraendert benutzt werden.  

               Das  Betriebssystem CP/A besteht aus den drei Hauptteilen BIOS 
               (Basic  Input/Output  System),   BDOS  (Basic  Disk  Operating 
               System) und CCP (Console Command Processor),  die dem Anwender 
               als Quelltext (BIOS) bzw.  als Link-Eingaben (BDOS,  CCP) fuer 
               die Systemgenerierung zur Verfuegung stehen.
               
               Besonderheiten des BDOS
               -----------------------
               
               CP/A unterscheidet sich durch folgende inhaltlichen  Veraende-
               rungen  im  BDOS vom Betriebssystem  CP/M,  Version  2.2  (bei  
               gleichem Hauptspeicherbedarf von E00h Bytes):
               
               - Beschleunigung der Arbeit mit Nicht-Default-Laufwerken.  Ist 
                 im    FCB  ein  anderes als das  Default-Laufwerk  angegeben 
                 (FCB[0]<>0) und dies ist nicht ausgewaehlt, so wird vom BDOS 
                 auf  dieses umgeschaltet (SELDSK) und beim  Verlassen  nicht 
                 zurueckgeschaltet,  sondern  nur eine haengende  Umschaltung 
                 vermerkt.
                 Dadurch  wird eine staendige Uebernahme  der  Disk-Parameter 
                 durch  das BDOS vermieden,  so dass auch in diesem Fall  die 
                 gleiche  Geschwindigkeit  wie  bei der Arbeit  mit  Default-
                 Disketten erreicht wird.
               
               - Wegfall der ^S-Funktion.
                 Das  Stoppen  von Konsolausgaben kann  als  Spezialfall  der 
                 allgemeinen Stop-Funktion im BIOS (s.5.1.3) erreicht werden. 
                 Verbunden  mit  dem Wegfall der ^S-Funktion konnte  auf  die 
                 Pufferung von Konsoleingaben im BDOS voellig verzichtet wer-
                 den,  d.h. es werden keine Zeichen vertauscht, wenn zwischen 
                 BDOS und direkter BIOS-Tastatureingabe gewechselt wird.
               
               - ^S  und DEL wirken bei der Stringeingabe ueber das BDOS  wie 
                 ^H.
               
               - Um eine Arbeit ohne LW A (weil es gerade defekt ist und  die 
                 Laufwerke nicht umgesteckt werden koennen) zu erlauben, wird 
                 statt Laufwerk A:  dasjenige Laufwerk, von dem aus der Kalt-
                 start  erfolgte  bei der BDOS-Funktkion "Disk-Reset"  selek-
                 tiert.  Da mit dieser BDOS-Funktion auch die Abarbeitung von 
                 SUBMIT-Stroemen  verbunden ist,  muss daher beim Aufruf  von 
                 SUBMIT das Kaltstart-Laufwerk als Standardlaufwerk  zugewie-
                 sen sein, damit der Kommandostrom dort abgelegt wird!

                 Erfolgte  der Kaltstart von Laufwerk A,  so hat diese  BDOS-
                 Aenderung keine Auswirkungen.
               
               - IX  und  IY werden durch das BDOS (und daraus  resultierende 
                 BIOS-Aufrufe) nicht zerstoert.
               
               - Es  wurde  ein Kopierschutz  integriert,  das  Kopieren  ge-
                 schuetzter  Dateien  fuehrt zu der Fehlermeldung  'File R/O' 
                 (unabhaengig vom evtl.  R/O-Status der Dateien).  Wie dieser 
                 Schutz funktioniert, wird hier nicht verraten.
               
               
               Besonderheiten des CCP
               ----------------------
               
               Das CCP enthaelt gegenueber der Version CP/M 2.2 einige Erwei-
               terungen  (bei gleichem Hauptspeicherbedarf von  800h  Bytes). 
               Sie  betreffen vor allem die Arbeit mit verschiedenen  Nutzer-
               bereichen, wie sie sich bei 800k-Disketten als sinnvoll erwei-
               sen kann.
               
               Bei  einem eingestellten Nutzerbereich groesser als  0  lautet 
               die Promt-Meldung du> statt nur d> (d fuer Default-Laufwerk, u 
               fuer  dezimale Nutzernummer).  Hierdurch hat der Anwender  bei 
               der  Aufteilung einer Diskette in mehrere Nutzerbereiche einen 
               leichteren Ueberblick,  in welchem Bereich er sich  z.Zt.  be-
               wegt.
               
               Kommandofiles  werden  bei USER>0 auch unter USER 0  und  wenn 
               dort erfolglos auf der Systemdiskette (im Kaltstart-LW)  unter 
               USER 0 gesucht (gilt nicht fuer nachgeladene Files!).
               
               Weiterhin existieren zusaetzliche residente Kommandos:
               
                 CLK hh:mm:ss tt.mm.jj
                         Durch  dieses  Kommando  koennen Uhrzeit  und  Datum 
                         (beide Angaben ab 50h in BCD-Form vom Kaltstart bzw. 
                         von  ACCOUNT hinterlegt) neu gestellt  werden.  Dies 
                         kann sich z.B.  nach Programmen,  die diesen Bereich 
                         zerstoert oder wegen zu langer geschlossener  Inter-
                         rupts  eine  falsche Uhrzeit verursacht  haben,  als 
                         notwendig erweisen.
                         Im  angegebenen  Parameterformat  bedeutet  (jeweils 
                         dezimal, auch einstellig erlaubt):
                         hh:mm:ss  Stunden:Minuten:Sekunden
                         tt.mm.jj  Tag.Monat.Jahr
                         Alle  Angaben ab ss koennen fehlen,  in diesem  Fall 
                         werden diese Werte nicht veraendert.
                 GO <beliebige Parameter>
                         Das  letzte  geladene Programm wird   ohne  Neuladen 
                         aktiviert,  Parameter koennen wie beim  Direktaufruf 
                         angegeben werden,  Nutzerbereich beliebig (d.h.  das 
                         Programm  kann  zuvor ueber einen anderen  Nutzerbe-
                         reich in den Hauptspeicher gebracht worden sein),
                 EXT [d:]<filename>
                         Das  angegeben  COM-File  wird zu  einem  residenten 
                         Kommando erklaert,  indem es vor BDOS,  CCP und  vor 
                         evtl.  schon  residenten zusaetzlichen Kommandos  im 
                         Hauptspeicher abgelegt wird, um bei Aufruf statt von 
                         Diskette von dort nach 100h geladen zu werden. Hier-
                         durch  verringert sich jedoch der TPA  entsprechend. 
                         Da  residente  Kommandos nur maximal 4 Zeichen  lang 
                         sein duerfen, trifft dies auch auf <filename> zu.
                 RES
                         Streichen aller zusaetzlich residenten Kommandos
                 HELP
                         Ausgabe einer Liste aller z.Zt. residenten Kommandos
               
               Bei  jedem  Warmstart prueft das BIOS,  ob das ueber  das  CCP 
               definierte Standard-Laufwerk im System definiert ist. Im nega-
               tiven  Fall (z.B.  Tippfehler) wird auf das Kaltstart-Laufwerk 
               umgeschaltet, der Nutzerbereich bleibt erhalten.


               Kurzuebersicht zu letzten Aenderungen an CP/A (Stand 11.09.86)
               
               ;CCP
               ; -     Promt du> bei u groesser 0
               ; -     Kommandofiles werden bei USER>0 auch unter USER 0 und 
               ;       wenn dort erfolglos auf der Systemdiskette (im Kalt-
               ;       start-LW) unter USER 0 gesucht (gilt nicht fuer nach-
               ;       geladene Files!)
               ; -     neue residente Kommandos GO, CLK, EXT, RES, HELP
               ;BDOS
               ; -     Um eine Arbeit ohne LW A zu erlauben, wird das erste 
               ;       Default-LW nach Kaltstart bei jedem Disk-Reset selek-
               ;       tiert.
               ;Floppy:
               ; -     Beschleunigung der Arbeit mit 8"-Disketten am Buero-
               ;       computer, vor allem beim Kopieren zw. 2 Laufwerken
               ;Bildschirm:
               ; -     00h wird als NOP-Steuerzeichen interpretiert
               ; -     Bit7 wird immer geloescht (kein Kursor mehr)
               ; -     wahlweise Unterstuetzung ADM3A-Steuerzeichenfolgen
               ;Tastatur:
               ; -     Vereinfachung der Einbindung weiterer Tastaturen
               ; -     Integration Spezialtastatur IH-Mittweida
               ; -     Moeglichkeit der nutzereignen Stringdefinition
               ;       durch Bildschirm-Steuerzeichenfolge oder im Stopzust.
               ; -     ^Q-Prefix beim Betaetigen Kursor-Taste mit vorherigem
               ;       ET2 (bei nicht K76x4) bzw. gleichzeitigem Control
               ; -     Aenderung der Standardbelegung fuer Tasten PF6 und PF7:
               ;       PF6: ^OD (zuvor ^Q); PF7: ^OG (zuvor ^P, wenig benutzt)
               ;       Unterstuetzung der Tasten PF10, PF11, PF12
               ;       PF10: ^KS^QP, PF11: ^KB, PF12: ^KK
               ;Drucker:
               ;Stopfunktion:
               ; -     Gepufferte Tastaturz. werden wie bei Mon.aufr. gestr.
               ; -     Moeglichkeit der Definition von Nutzerstring-Tasten
